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Titelseite der ersten Shakespeare-Folio-Ausgabe (1623, Quelle: wikipedia), Granatapfel-Abbildung
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Titelposter zur Ausstellung 2016



 
   

Garten=Theater – Pflanzen in Shakespeares Welt

Geleitworte | Prof. Dr. Maximilian Weigend
Präsident des VBG

Max Weigend
Foto: © Volker Lannert

William Shakespeare und die
Botanischen Gärten – fremde Länder?
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Viele Themen laden ganz offensichtlich zu einer Verknüpfung mit den Botanischen Gärten ein – William Shakespeare gehört sicher nicht dazu, auch wenn zahlreiche Pflanzen im unterschiedlichsten Kontext in Shakespeares Werk erwähnt werden. Weshalb sollte man also mit „Garten Theater“ den 400sten Todestag von Shakespeare zum Thema der Woche der Botanischen Gärten machen?

Botanische Gärten haben zahlreiche Funktionen, eine ihrer zentralen Funktionen ist es den Besuchern die Möglichkeit zu geben Pflanzen zu „erleben“. Oft ist das Gartenerlebnis vorwiegend atmosphärisch oder erschöpft sich im ästhetischen Genuss der Gartenanlage und ihrer (auffälligeren) Pflanzen. Einen gänzlich anderen Zugang haben wissenschaftlich orientierte Besucher/innen – oder gar die Studenten, die sich mit den Pflanzen auseinandersetzen „müssen“. Dazwischen liegt ein breites Spektrum von möglichen Zugängen – emotional, ästhetisch, mystisch, symbolisch, intellektuell, wissenschaftlich – und eben auch literarisch. Der real existierende Besucher hat dabei stets mehrere Zugänge zu Garten und Pflanze – kein Wissenschaftler bleibt von der Perfektion der Lotusblume unberührt, kein Spaziergänger wundert sich nicht wenigstens kurz über die aus dem Boden ragenden Wurzeln der Sumpfzypresse und kein Besucher kann sich beim Anblick der Rose ganz von seinem kulturgeschichtlichen Ballast befreien.

Shakespeare kann ein Türöffner für einen spezifisch literarischen Zugang zu Pflanzen und Gärten sein – ein legitimer Ansatz, den PD Dr. Stefan Schneckenburger in dieser Ausstellung zur Woche der Botanischen Gärten im 400. Todesjahr Shakespeares 2016 ausleuchtet. Eine wichtige Botschaft von Shakespeares Pflanzenwelt ist allerdings gar nicht rein literarisch: Mit Pflanzenbildern projiziert Shakespeare Assoziationen in die Köpfe seines Publikums: die Frühlingswiese mit Veilchen und Schlüsselblumen, die Hecke mit Geißblatt, die Gartennelke als Produkt von Kunst und Natur. Dichter und Publikum lebten in einer Welt, wo die Natur die wesentlichen Bilder lieferte, über die man kommunizierte. Beim heutigen Publikum kann das nur noch eingeschränkt funktionieren – wer hat zuletzt an einem Veilchen geschnüffelt, wer wüsste überhaupt, wo es wächst, wann es blüht und wie es aussieht? Wer assoziiert damit die dunkelvioletten, fein duftenden Blüten im noch kalten Frühjahr, Vorboten der warmen Jahreszeit wenn das Gras noch braun ist? Wer würde das Geißblatt an Form und Duft erkennen und würde sich durch seine Nennung in einen lauen Frühsommerabend am Waldrand versetzt fühlen? Am besten lässt es sich in den Worten des weit weniger bekannten englischen Schriftstellers L. P. Hartley umschreiben: The past is a foreign country, they do things differently there (Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln). Shakespeares Werke sind in einem fremden Land geschrieben und es gelten dort andere Regeln. Einige dieser Regeln können wir uns in der Auseinandersetzung mit Shakespeares Pflanzenwelt in den Botanischen Gärten erschließen. Die Botanischen Gärten sind auch ein fremdes Land – ein Land, wo wir (noch) die Pflanzen erleben können, die aus unserer Landschaft verschwunden sind, oder doch zumindest aus unserem Alltag.


 
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++ Woche der Botanischen Gärten 2016

Geleitworte
Prof. Dr. M. Weigend
Prof. Dr. R. Weidle
Ausstellung
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++ In vielen teilnehmenden Gärten wird die Ausstellung auch weit über die Woche der Botanischen Gärten hinaus gezeigt, zum Teil begleitet von weiteren Veranstaltungen zu diesem Thema. Informationen dazu entnehmen Sie bitte den Homepages der jeweiligen Gärten.

 
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