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„Forscher, Sammler, Pflanzenjäger – unterwegs mit Humboldt & Co.“

Geleitworte | Prof. Dr. Maximilian Weigend
Verband Botanischer Gärten e.V. – Präsident

Max Weigend
Foto: © Volker Lannert

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Anlässlich des 250. Geburtstages des Universalgelehrten und Pflanzensammlers Alexander von Humboldt im Jahre 2019 widmet sich eine Ausstellung des Verbands Botanischer Gärten den Persönlichkeiten, die Pflanzen sammeln – Forschern, Sammlern und Pflanzenjägern. Denn natürlich gäbe es die umfangreichen Pflanzensammlungen in Botanischen Gärten gar nicht, wenn nicht irgendjemand Samen, Zwiebeln, Stecklinge und anderes lebendes Material am Wildstandort der Pflanzen gesammelt hätte und diese dann auf irgendeinem Wege in unsere Gärten gekommen wären.

In unserer Ausstellung geht es um Forscher und Pflanzenjäger, die gezielt andere Länder bereisten, um Pflanzen wissenschaftlich zu untersuchen und zu dokumentieren und/oder für kommerzielle Zwecke zu sammeln. Eine strenge Trennung zwischen Grundlagenforschung (Systematische Botanik mit ihren Disziplinen wie Morphologie, Anatomie, Phylogenie) und angewandten Wissenschaftszweigen (pflanzliche Rohstoffe, Landwirtschaft, Zierpflanzenkultur, Pharmazie) ist dabei eine neuere Erfindung: Hinter den meisten großen historischen Sammelreisen standen handfeste kommerzielle und koloniale Interessen. Gezieltes Sammeln „exotischer“ Pflanzen im größeren Stile begann in der Renaissance, die große Blütezeit der Sammelreisen fällt dann sowohl mit dem Zeitalter der Aufklärung zusammen – der Geburtsstunde der modernen Naturwissenschaften – wie auch mit dem Höhepunkt des europäischen Kolonialismus im 18. und 19. Jahrhundert. Die Artenvielfalt wurde meist als „herrenlos“ oder „gemeinsames Erbe der Menschheit“ betrachtet. Gigantische Sammlungen entstanden so in vielen Institutionen, insbesondere der Nordhemisphäre. Diese Herbarien und Lebendsammlungen waren und sind die Basis für die Erforschung und Klassifizierung des Pflanzenreichs und aller auf dieser Kenntnis aufbauenden Wissenschaftszweige in der Biologie und angrenzenden Disziplinen. Eine Erhaltung, aber auch ein quantitativer und qualitativer Ausbau der Sammlungen wie auch deren intensivierte und erleichterte Nutzung sind notwendige Voraussetzungen für die weitere Erforschung der Pflanzenvielfalt.

Erst mit der Biodiversitätskonvention („Convention on Biological Diversity“, CBD) trat am 29. Dezember 1993 ein Regelwerk in Kraft, mit dem die Artenvielfalt aufhörte, gemeinsames Erbe der Menschheit zu sein, und formal in nationales Eigentum überführt wurde. Damit verband sich die – im Nachhinein lächerlich naive – Hoffnung, dass die Nationalstaaten auf ihr Eigentum achten und Erforschung und Schutz der Biodiversität eine neue Blüte erleben würden. Weder das eine noch das andere ist eingetreten. Ganz im Gegenteil – der Verlust der Biodiversität hat sich seitdem kontinuierlich beschleunigt. Was sich allerdings geändert hat: Es war noch nie so einfach, die entlegensten Teile der Erde zu erreichen; und es war noch nie so schwierig, die für wissenschaftliches Sammeln notwendigen Genehmigungen zu erhalten und damit Rechtssicherheit für Forschung und Sammlungen zu erlangen. Wissenschaftler und Pflanzensammler sind die einzige globale „Bedrohung“ der Diversität, die mit der Biodiversitätskonvention erfolgreich bekämpft wurde.

Die große Zeit der Forscher, Sammler, Pflanzenjäger ist damit endgültig vorbei, und so lohnt sich ein Blick zurück: Unsere Ausstellung versucht einen kleinen Einblick in die faszinierende Geschichte der (wissenschaftlichen) Pflanzensammlungen, die unterschiedlichen Rahmenbedingungen unter denen sie entstanden und die oft schillernden Persönlichkeiten und denkwürdigen Schicksale hinter den Sammlungen.


 
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++ Woche der Botanischen Gärten 2019

Geleitworte
Ausstellung
Teilnehmende Gärten

Veranstaltungen in der Woche der BG 2019 Download PDF

++ In vielen teilnehmenden Gärten wird die Ausstellung auch weit über die Woche der Botanischen Gärten hinaus gezeigt, zum Teil begleitet von weiteren Veranstaltungen zu diesem Thema. Informationen dazu entnehmen Sie bitte den Homepages der jeweiligen Gärten.

 
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