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Titelseite der ersten Shakespeare-Folio-Ausgabe (1623, Quelle: wikipedia), Granatapfel-Abbildung
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Schwertlilie - N. Köster
Iris – der „blaue
Himmelsbogen“ aus dem „Sturm“


Geißblatt - N. Köster
„Sommernachtstraum“:
Geißblatt






 
   

Woche der Botanischen Gärten 2016
vom 11. bis 19. Juni 2016

Garten=Theater – Pflanzen in Shakespeares WeltLinie

Anlässlich des 400. Todesjahres von William Shakespeare ist die diesjährige „Woche der Botanischen Gärten“ den Pflanzen in seinen Dichtungen gewidmet. Die eigens dafür erarbeitete Poster-Ausstellung ist zeitgleich in insgesamt 25 Botanischen Gärten zu sehen. Autor der Ausstellung und des zugehörigen 60-seitigen Katalogs ist Privatdozent Dr. Stefan Schneckenburger (Botanischer Garten der TU Darmstadt).

Titelposter zur Ausstellung Titelposter zur Ausstellung

William Shakespeare (1564-1616) ist der bedeutendste Dramatiker unseres Kulturkreises. Er erwähnt in seinen Stücken etwa 120 Pflanzenarten, bei denen es sich fast ausschließlich um damals in England heimische oder in den dortigen Gärten kultivierte Arten handelt. Einige wenige „Neuheiten“ kommen dazu, die vor allem durch wohlhabende Händler und Pflanzenfreunde über Konstantinopel aus Kleinasien importiert worden waren. Es spricht vieles dafür, dass sich Shakespeare und John Gerard, der Autor des maßgeblichen Kräuterbuchs dieser Jahrzehnte, persönlich kannten und dass der „Barde“ dieses „Herball“ mit seinen über 1400 Seiten sogar besaß.

Gerard Autorenportrait
Autorenportrait John Gerard aus dem „Herball“

Wir wundern uns heute darüber, wie gut sich Shakespeare und mit ihm seine Zuhörer mit Pflanzen ausgekannt haben. Sonst wäre seine oft sehr gezielt und pointiert eingesetzte Verwendung von Pflanzen und gärtnerischen Details schlichtweg ins Leere gegangen. Shakespeare „dekoriert“ in den Köpfen seines Publikums mit Pflanzen die fast leere Bühne seiner Zeit und schafft eigene „Green Worlds“. Er illustriert Dynastisches an Hand des Baumschnitts und gestaltet mit pflanzlichen Objekten seine überbordenden, oft zotigen Wortspiele. In der Regel werden die Pflanzen eben nicht beiläufig-dekorativ, sondern gezielt eingesetzt – als „Wortkulissen“ im elisabethanischen Theater unterstützten sie das Publikum bei der Imagination von Szenerien und Landschaften – heute könnte kein Regisseur oder Autor auf ein derart detailliertes Pflanzenwissen seiner Zuhörerschaft bauen. Daneben sind sie Träger von Botschaften, die wir heute nur noch teilweise verstehen, oder sie spielen ihre Rolle als konkrete Objekte wie als Gift- oder Heilpflanzen im Handlungsgefüge.

weiße Rose  - N. Köster rote Rose - N. Köster
„Rosenkriege“: weiße und rote Rosen

Neben den „Standards“ wie Schwertlilien oder Rosen (man denke an die „Rosenkriege“ genannten Bürgerkriege der Zeit um 1480, die Shakespeare in den insgesamt 10 Historiendramen untersucht und darstellt), werden auch sensationelle Neuheiten in den Gärten wie Schachbrettblume oder Kaiserkrone erwähnt.

Schachbrettblume - N. Köster Kaiserkrone - N. Köster
Neuheiten in den Gärten: Schachbrettblume (li.) und Kaiserkrone

Der „Feenhügel“ im „Sommernachtstraum“ mit seinem duftenden Geißblatt, den Veilchen und dem Quendel ist geradezu sprichwörtlich geworden. Über das Gift „hebenon“, das Hamlets Vater im Schlaf in seinem Garten ins Ohr geträufelt wurde und an dem er qualvoll starb, rätselt man bis heute. Eine Reihe von Pflanzengattungen wurde darüber hinaus später nach Charakteren aus Shakespeares Stücken benannt. All diesem widmet sich diese Ausstellung mit ihren insgesamt 19 Tafeln, die eine Brücke zwischen Botanik und Gärten einerseits und Theater und Literatur andererseits schlägt. Verbunden werden diese Themen durch den großen Barden aus dem kleinen Stratford, der seit über 400 Jahren sein Publikum be- und verzaubert und in fremde, von ihm erschaffene „Grüne (Theater)Welten“ entführt.




 
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++ Woche der Botanischen Gärten 2016

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++ In vielen teilnehmenden Gärten wird die Ausstellung auch weit über die Woche der Botanischen Gärten hinaus gezeigt, zum Teil begleitet von weiteren Veranstaltungen zu diesem Thema. Informationen dazu entnehmen Sie bitte den Homepages der jeweiligen Gärten.

 
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