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ZANDER-Medaille 2012 an Michael Jäger

Die 10. Zander Medaille wurde am 22.09.2012 auf der Mitgliederversammlung an Michael Jäger, Gärtnermeister im Botanischen Garten Gießen, verliehen.

Die Laudatio hielt Prof. Dr. Volker Wissemann. Sie wird in voller Länge im nächsten GBB und in Kürze auf dieser Seite veröffentlicht.



Zander-Medaille 2012 Michael Jäger

Foto (von links): Michael Jäger, PD Dr. Stefan Schneckenburger, Prof. Dr. Volker Wissemann


Laudatio


Verleihung der Zander-Medaille an Michael Jaeger anlässlich der Jahrestagung des Verbands Botanischer Gärten 2012 in Mainz

Der Verband der Botanischen Gärten Deutschlands zeichnet heute ein Mitglied unseres Verbandes aus der Gruppe der Gärtner mit der Zander Medaille aus. Mit dieser Medaille, die nach dem Botaniker und Gartenbauwissenschaftler ROBERT ZANDER benannt wurde, der 1892 in Magdeburg als Gärtnerssohn geboren wurde und 1969 in Berlin starb, ehren wir nunmehr zum 10. Mal einen Menschen, der sich um die Sache der Botanischen Gärten, hier insbesondere um die Ausbildung und Pflanzenkenntnis besonders verdient gemacht hat.


Als KARL FOERSTER in schwieriger Zeit sein oft zitiertes Credo niederschrieb:
„Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner, und das nächste Mal auch noch. Denn für ein einziges Leben ward dieser Beruf zu groß“ schrieb er einen Satz, der für unseren diesjährigen Träger der Zander-Medaille 2012 auf den Leib geschrieben ist. Trotzdem ist dieser Satz nur die Essenz des Vorhergegangenen Abschnitts:
„Mit ergreifender Bildsamkeit wartet die lebendige Pflanze auf die führende, ja fast auf die träumerische Kraft des Menschen. Die Natur will befohlen werden, um ihre unberechenbarsten Kräfte zu entfalten. Gerade der wachsten Arbeit schenken sich auch die traumhaftesten Wunscherfüllungen. […] Ich glaube, dass der Gartenberuf ebenbürtig den vornehmsten und auch geistanspannendsten Betätigungen des Menschen ist, dass er für geistig anspruchsvolle und universal gestimmte Menschen einer der großen Berufe ist, bei dem sie vielartig auf ihre Rechnung kommen. Der Abenteurer, der Künstler, der Forscher, Bastler, Wildnisanbeter, der beschauliche Sonderling und der feurige Tatenmensch finden unendlichen Spielraum. Gärtnerei kann der vielseitigste aller Menschenberufe sein.“


Unser diesjähriger Preisträger erfüllt gleich mehrere der vorgenannten Typologien, die unendlichen Spielraum finden. Er ist ein wacher Arbeiter, dem sich traumhafte Wunscherfüllungen in seinem Lieblingsrevier des Alpinums schenken. Er ist Abenteurer, der eigenständig Expeditionen in Gegenden durchführt, von denen die meisten von uns Schwierigkeiten hätten, die Orte auf einer Landkarte zu zeigen. Er ist Forscher, denn er entdeckt ihm unbekannte Pflanzenarten, die dann nach seiner Rückkehr von Spezialisten tatsächlich als neue Arten beschrieben werden und zum Teil dann nach ihm benannt werden und zwar aus sehr unterschiedlichen Pflanzengruppen. Insofern ist er auch beschaulicher Sonderling und feuriger Tatenmensch, der das Berufsbild des Gärtners, hier des Gärtnermeisters in einer Tiefe und Breite vertritt, wie sie vorbildlich für uns alle ist und wie es insbesondere für die Auszubildenden, die bei ihm lernen, in einer Weise Vorbild ist, dass sie den Satz von KARL FOERSTER am eigenen Leib erfahren:

„dass der Gartenberuf ebenbürtig den vornehmsten und auch geistanspannendsten Betätigungen des Menschen ist, dass er für geistig anspruchsvolle und universal gestimmte Menschen einer der großen Berufe ist, bei dem sie vielartig auf ihre Rechnung kommen“

Wir ehren heute, und das ist auch der Grund warum ich hier stehe und nicht unser Präsident, ein Mitglied unseres Gartens, des Gartens der Justus-Liebig Universität Gießen. Wir ehren den Gartenmeister Herrn MICHAEL JAEGER, der mit seiner bedeutenden Gärtnerpersönlichkeit Vorbild ist für viele Auszubildenden und Gärtner in Deutschland und ein herausragender Repräsentant des Gärtnerberufs in Botanischen Gärten. Herr JAEGER wurde 1960 in Ludwigsburg geboren und absolvierte nach Abschluss der Gärtnerlehre seine Gesellenjahre, die grand tour, in Gärtnereien Süddeutschlands und der Schweiz, so u.a. an dem renommierten Staudenbetrieb HÄUSSERMANN, der „Wilhelma“ sowie der Staudengärtnerei Frei in Wildenbuch (Schweiz). 1985 erwarb er den Abschluss als Gartenmeister an der Meisterschule in Stuttgart/Hohenheim und war elf Jahre lang, bis 1997 als Leiter der Staudenabteilung bei der Gartenschau „Blühendes Barock“ in seiner Heimatstadt tätig. 1997 wechselte er in den Botanischen Garten Gießen der Justus-Liebig-Universität und ist dort unser Gartenmeister für den Bereich Freiland.

Für uns, den Verband der Botanischen Gärten Deutschlands, ist Ihre Arbeit, Herr JAEGER, ein gelungenes, und Mut machendes Zeugnis dafür, wie aus persönlichen Forschungsinteressen an der Vielfalt des Lebendigen, mit der Ihnen eigenen Kreativität und Begeisterungsfähigkeit ein Thema immer wieder erneut zum Leben erweckt wird in einer Art, die andere Menschen begeistert. Hierfür zeichnet der VBG Sie nun, Herr Jaeger, mit der Zander-Medaille 2012 aus.

In einer Zeit, in der an vielen Orten die aufwendigen Spezialkulturen in Botanischen Gärten unter Rechtfertigungsdruck und oftmals willkürliche und unberechtigte Sparzwänge geraten, sprechen wir Ihnen, lieber Herr Jaeger, die Hoffnung zu, dass ihr sichtbares und lebendiges Interesse an der Vielfalt der Pflanzen, insbesondere den alpinen Pflanzen ansteckend sein wird für die Auszubildenden, die sie jetzt, und hoffentlich auch in Zukunft ausbilden werden.



Prof. Dr. VOLKER WISSEMANN
Justus-Liebig-Universität Giessen
Institut für Botanik
Heinrich Buff Ring 38 (Carl-Vogt-Haus (MZVG)
D-35390 Giessen



 

 

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